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Pressemitteilung zum Urlaub

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Fürth, den 28. Juli 2026

Eine Woche Urlaub: auch im Jahr 2025 für fast jede siebte Person in Bayern nicht bezahlbar

Deutschland- und EU-Vergleich: Bayerische Haushalte seltener betroffen

175 Logo MzWie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, können sich, wie im Vorjahr, rund 15 Prozent bzw. 1,9 Millionen Personen in Bayern im Jahr 2025 keinen einwöchigen Urlaub außer Haus leisten. Besonders stark betroffen sind dabei Alleinlebende und Haushalte von Alleinerziehenden mit deren Kindern. Das zeigen die Ergebnisse der Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC).

Fürth. Am 3. August 2026 starten die Sommerferien in Bayern. Wer es sich leisten kann und will, verbringt den Urlaub gerne auch außer Haus. Die Ergebnisse der Erhebung EU-SILC zeigen, dass sich im Jahr 2025 rund 85 Prozent der bayerischen Bevölkerung in der Lage sehen, pro Jahr eine einwöchige Urlaubsreise zu finanzieren. Demgegenüber verbringen 15 Prozent der Bevölkerung (1,9 Millionen Personen) den Urlaub aus finanziellen Gründen zuhause. Die Frage nach der Finanzierbarkeit einer Urlaubsreise ist Teil des Fragenkatalogs zur Messung der materiellen und sozialen Entbehrung (Deprivation) im Rahmen der jährlichen Mikrozensus Erhebung.

Alleinlebende und Alleinerziehende besonders betroffen
Rund 2,6 Millionen Personen leben in Bayern alleine und rund 584 000 Personen leben als Alleinerziehende und deren Kinder in einem Haushalt mit mindestens einem Kind.

Mit 21 Prozent kann es sich fast jede fünfte alleinlebende Person nach eigenen Angaben nicht leisten, im Jahr eine einwöchige Urlaubsreise außer Haus zu unternehmen. Noch stärker trifft es Haushalte von Alleinerziehenden. Hier kann sich im Jahr 2025 fast jede dritte Person bzw.
191 000 Personen keine einwöchige Urlaubsreise leisten. Die Werte sind im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert geblieben (2024: Alleinlebende 20 Prozent, Alleinerziehende
30 Prozent).

 - Öffnet große Ansicht

Bayern im Vergleich zum Bundesdurchschnitt und Europa etwas besser
Die EU-SILC Erhebung wird bundes- und europaweit durchgeführt und lässt daher weitere Vergleiche zu. Während sich 15 Prozent der bayerischen Bevölkerung keine einwöchige Reise pro Jahr leisten können, sind es im Bundesdurchschnitt rund 21 Prozent.

Auch Alleinerziehende sind in Bayern seltener betroffen. Während in Bayern rund 33 Prozent der Personen, die in Alleinerziehenden-Haushalten leben, eine einwöchige Reise nicht finanzieren können, betrifft dies bundesweit 29 Prozent der Alleinlebenden und 39 Prozent der Alleinerziehenden und ihre Kinder.

 - Öffnet große Ansicht

Im europäischen Vergleich leben rund 28 Prozent der Bevölkerung in Haushalten, die sich eine einwöchige Urlaubsreise nicht leisten können. Deutschland und Bayern liegen damit unter dem Durchschnitt aller Staaten der Europäischen Union.

Relative Einkommensarmut und Finanzierbarkeit von Urlaub
Ob man sich einen Urlaub leisten kann oder nicht, hängt erwartungsgemäß mit dem Einkommen zusammen. Der Anteil von Personen mit niedrigen Einkommen in Bayern (unter 60 Prozent des Medians) ist am höchsten unter den Alleinlebenden und Alleinerziehenden. So haben im Jahr 2025 insgesamt 27 Prozent der Alleinlebenden und 25 Prozent der Alleinerziehenden und deren Kinder ein Einkommen unterhalb der sogenannten Armutsgefährdungsschwelle. In der Gesamtbevölkerung liegt der Anteil der Personen bei
13 Prozent.

EU-SILC Erhebung als Teil der Befragung im Mikrozensus
Die europaweit harmonisierte EU-SILC Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen ist in den Mikrozensus integriert und liefert Daten zur finanziellen Situation der bayerischen Bevölkerung. Neben der reinen Betrachtung von Armutsrisikoquoten, mit der lediglich eine relative Betrachtung des Anteils niedriger Einkommen möglich ist, werden ebenfalls verschiedene Merkmale zur materiellen und sozialen Entbehrung abgefragt, darunter wie hier die Frage, ob man es sich finanziell leisten kann, eine einwöchige Urlaubsreise woanders als Zuhause zu verbringen.


Hinweise:
Der Erhebungsteil zu Einkommen und Lebensbedingungen (European Statistics on Income and Living Conditions, EU-SILC) ist Teil des Mikrozensus und vertieft die Themen Einkommen und Wohnsituation. Zudem werden Fragen zu materiellen Entbehrungen, sozialer Teilhabe und zur Gesundheit gestellt. Dadurch liegen wichtige Informationen z. B. zur Einkommensverteilung, Armut und sozialer Ausgrenzung vor. Die Ergebnisse beziehen sich auf die Endergebnisse 2025.

Bei der Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) wird abgefragt, ob es sich der Haushalt finanziell leisten kann, mindestens eine Woche pro Jahr Urlaub woanders als zu Hause zu verbringen. Dazu zählt auch Urlaub bei Freunden/Verwandten oder in der eigenen Ferienunterkunft. Diese Selbsteinschätzung der Haushalte ist eines der Kriterien zur Messung der materiellen und sozialen Entbehrung (Deprivation).

Als Kinder werden Personen unter 18 Jahren, sowie 18- 24-Jährige definiert, falls sie noch ökonomisch abhängig sind.

Die Erhebung EU-SILC ist die amtliche Hauptdatenquelle für die Messung von Armutsgefährdung und Lebensbedingungen in Deutschland und der Europäischen Union. In Deutschland ist die Erhebung seit dem Jahr 2020 als Unterstichprobe in den Mikrozensus integriert. Aufgrund der damit verbundenen um-fangreichen methodischen Änderungen ist ein Vergleich der Ergebnisse ab 2020 mit den Vorjahren nicht möglich.

Weitere Ergebnisse der Erhebung EU-SILC finden Sie im Portal der Sozialberichterstattung: https://www.statistikportal.de/de/sbe/ergebnisse/einkommen-armutsgefaehrdung-und-soziale-lebensbedingungen

Die Daten zur Finanzierbarkeit eines einwöchigen Urlaubs im Vergleich finden Sie in der Eurostat-Datenbank.