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Pressemitteilung zu Lebensformen

191/2026/42/A
Fürth, den 16. Juli 2026

Mikrozensus 2025: Lebensformen in Bayern

Am häufigsten Alleinstehende mit 44 Prozent

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, sind Alleinstehende im Jahr 2025 mit 44 Prozent die häufigste Lebensform im Freistaat. Es folgen Familien mit Kindern mit 29 Prozent und Paargemeinschaften ohne Kinder mit 27 Prozent. Nach der Anzahl der Personen bilden Familien die größte Gruppe: Rund 6,7 Millionen der 13,1 Millionen Bayern leben in Familien. Im Zehn-Jahres-Vergleich hat sich die Verteilung der Lebensformen nicht verändert. Die Anzahl der minderjährigen Kinder ist seit 2015 jedoch um gut 200 000 gestiegen.

Fürth. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, leben in Bayern rund 13,1 Millionen Einwohner in unterschiedlichen Lebensformen. Der Mikrozensus unterscheidet dabei zwischen Familien, Paargemeinschaften ohne Kinder und Alleinstehenden. Mit 44 Prozent sind Alleinstehende im Jahr 2025 die häufigste Lebensform im Freistaat und liegen nah am bundesweiten Wert von 45 Prozent. 29 Prozent leben in Familien (Deutschland: 28 Prozent), und 27 Prozent leben in Paargemeinschaften ohne Kinder (Deutschland: 27 Prozent). Im Vergleich zu 2015 zeigen sich in Bayern keine Veränderungen.

Obwohl auch heute noch das verheiratete Paar aus Frau und Mann mit leiblichen Kindern die am häufigsten gelebte Familienform in Bayern darstellt, wird diese durch Stief- und Patchworkfamilien, Alleinerziehende, Pflege- und Adoptivfamilien oder andere Familienmodelle ergänzt.

Wird statt der Lebensform die Zahl der darin lebenden Personen betrachtet, zeigt sich, dass rund 6,7 Millionen Erwachsene und Kinder und damit die Hälfte (51 Prozent) der Bayern in Familien leben.

In Paargemeinschaften ohne Kinder leben 3,6 Millionen Menschen (27 Prozent). Die Alleinstehenden sind zwar die häufigste Lebensform, mit rund 2,9 Millionen Personen (22 Prozent), jedoch die kleinste Bevölkerungsgruppe.

Verheiratete Paare mit Kindern prägen das Bild der Familien in Bayern
Unter den rund 1,9 Millionen bayerischen Familien bilden, mit einem Anteil von 71 Prozent, verheiratete Paare mit Kindern die häufigste Lebensform. Damit liegt Bayern deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 66 Prozent. Alleinerziehende folgen mit 21 Prozent. Nichteheliche Lebensgemeinschaften mit Kindern stellen mit acht Prozent die kleinste Gruppe dar.

Im Zehn-Jahresvergleich hat der Anteil der nichtehelichen Lebensgemeinschaften mit Kindern von 2015 bis 2025 um zwei Prozentpunkte zugenommen. Der Anteil der Alleinerziehenden blieb unverändert, während der Anteil der verheirateten Paare mit Kindern um zwei Prozentpunkte zurückging.

Der Fünfte Sozialbericht zur sozialen Lage in Bayern zeigt in einer Zeitreihe, ab 2005, dass zahlenmäßig auch weniger Paare in Familien verheiratet sind. 2005 lag der Anteil der verheirateten Paare mit Kindern noch bei 79 Prozent. Im Vergleich zu 2025 ist dies eine Abnahme um acht Prozentpunkte.

Auffallend ist, dass die Anzahl alleinerziehender Väter in Bayern im Vergleich zu 2015 zugenommen hat. Sie stieg von 63 000 im Jahr 2015 auf 71 000 im Jahr 2025, was ein Plus von 13 Prozent ausmacht. Dennoch sind Alleinerziehende weiterhin überwiegend weiblich. Etwa 325 000 der insgesamt rund 396 000 Alleinerziehenden sind Frauen (82 Prozent). Gegenüber 2015 hat sich die Anzahl der alleinerziehenden Mütter dabei kaum verändert (2015: 332 000).

Die meisten Kinder teilen sich das Zuhause mit einer Schwester oder einem Bruder
Im Jahr 2025 leben in Bayern rund 2,3 Millionen Kinder unter 18 Jahren und damit gut 200 000 mehr als im Jahr 2015 (+ zehn Prozent). Diese Entwicklung lässt sich unter anderem durch den Wanderungszuwachs ab dem Jahr 2015 erklären.

Beim Mikrozensus werden über 18-Jährige auch dann als Kinder gezählt, wenn sie bei ihren Eltern wohnen und wirtschaftlich von ihnen abhängig sind. Insgesamt leben im Jahr 2025 in Bayern etwa 3,2 Millionen Kinder in einer Familie. Davon wachsen 924 000 (29 Prozent) ohne Geschwister auf. Rund 1,5 Millionen (48 Prozent) Kinder teilen sich das Zuhause mit einer Schwester oder einem Bruder, und weitere 771 000 (24 Prozent) leben mit mindestens zwei Geschwistern zusammen.

Verglichen mit 2015 zeigen sich auch hier kaum Veränderungen: Der Anteil der Kinder, die ohne Geschwister in der Familie aufwachsen, lag vor zehn Jahren bei 30 Prozent und ist damit um etwa einen Prozentpunkt zurückgegangen. Ähnlich viele Kinder wie im Jahr 2025 teilten sich damals das Zuhause mit genau einem Geschwisterkind (47 Prozent). Der Anteil der Kinder, die mit mindestens zwei Geschwistern in der Familie leben, ist gegenüber 2015 leicht gestiegen (2015: 23 Prozent).

Lebensformen in Bayern 2025 - Öffnet große Ansicht

Hinweise:
Der Mikrozensus ist die größte jährliche Haushaltsbefragung in Deutschland. Seit 1957 wird jährlich etwa ein Prozent der Bevölkerung stellvertretend für alle Einwohnerinnen und Einwohner des Landes zu ihren Lebensbedingungen befragt. In Bayern sind das aktuell rund 60 000 Haushalte, die mittels eines mathematischen Zufallsverfahrens für den Mikrozensus ausgewählt werden.

Grundlage für die Bestimmung einer Lebensform sind soziale Beziehungen zwischen den Mitgliedern eines Haushalts. Die Lebensformen der Bevölkerung werden im Mikrozensus grundsätzlich entlang zweier „Achsen“ statistisch erfasst: Erstens der Elternschaft und zweitens der Partnerschaft. Entsprechend dieser Systematik zählen zu den Lebensformen der Bevölkerung Paare mit Kindern bzw. ohne Kinder, alleinerziehende Elternteile mit Kindern sowie alleinstehende Personen ohne Partner/-in und ohne Kinder im Haushalt.

Als Haushaltsbefragung konzentriert sich der Mikrozensus auf das Beziehungsgefüge der befragten Menschen in den „eigenen vier Wänden“, also auf einen gemeinsamen Haushalt. Eltern-Kind-Beziehungen, die über Haushaltsgrenzen hinweg bestehen, oder Partnerschaften mit getrennter Haushaltsführung, bleiben daher unberücksichtigt.

Die Familie im statistischen Sinn umfasst im Mikrozensus alle Eltern-Kind-Gemeinschaften (Zwei-Generationen-Regel), das heißt Ehepaare und Lebensgemeinschaften sowie alleinerziehende Mütter und Väter mit Kindern im Haushalt. Neben leiblichen Kindern sind in diesen Familienbegriff auch Stief-, Pflege- und Adoptivkinder ohne Altersbegrenzung eingezogen.

Alleinerziehende sind Mütter und Väter, die ohne Ehe- oder Lebenspartner/-in mit minder- oder volljährigen Kindern in einem Haushalt zusammenleben. Elternteile mit Lebenspartner/-in im Haushalt zählen zu den Lebensgemeinschaften mit Kindern.

Kinder, die noch gemeinsam mit den Eltern in einem Haushalt leben, dort aber bereits eigene Kinder versorgen, sowie Kinder die mit einem Partner oder einer Partnerin in einer Lebensgemeinschaft leben, werden im Mikrozensus nicht der Herkunftsfamilie zugerechnet, sondern zählen statistisch als eigene Familie beziehungsweise Lebensform.

Alleinstehende sind Personen, die ohne Ehe- oder Lebenspartner/-in und ohne Kinder in einem Haushalt leben. Unbedeutsam ist hierbei der Familienstand der alleinstehenden Person.

Weiteführende Begriffsbestimmungen finden Sie im Mikrozensus-Glossar 2025 unter:
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Haushalte-Familien/Methoden/Downloads/mikrozensus-glossar-2025.html?nn=208888#doc1457524bodyText4

Zur Verkürzung des Zeitraums zwischen Ende des Erhebungsjahres und Ergebnisbereitstellung werden seit dem Erhebungsjahr 2020 Erst- und Endergebnisse unterschieden. Beide Ergebnisarten beruhen auf vollständig aufbereiteten und validierten Daten. Die für 2025 dargestellten Ergebnisse basieren auf den Erstergebnissen des Mikrozensus 2025.

Die Daten von 2015 beziehen sich auf die Bevölkerung in Familien/Lebensformen am Hauptwohnsitz.

Weitere Informationen
Weitere Informationen zum Thema Mikrozensus finden Sie im Internetangebot des Bayerischen Landesamts für Statistik.

Die lange Zeitreihe oder die Basisdaten zum Mikrozensus können über die Tabellen zum Mikrozensus (12211) in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden.