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Pressemitteilung zur Geburtenziffer

189/2026/41/A
Fürth, den 16. Juli 2026

Anzahl der Kinder pro Frau in Bayern im Jahr 2025 auf niedrigstem Stand seit 2006

Geburtenziffer rückläufig – Universitätsstädte verzeichnen niedrigste Werte in Bayern

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, liegt die zusammengefasste Geburtenziffer (engl. Total Fertility Rate; TFR) mit 1,34 Kindern je Frau in Bayern im Jahr 2025 unter den Werten der Jahre 2010 bis 2024. Eine niedrigere durchschnittliche Kinderzahl je Frau gab es zuletzt 2006 mit einer TFR von 1,32 Kindern je Frau. Im Vorjahr 2024 lag die zusammengefasste Geburtenziffer im Freistaat noch bei 1,39 Kindern pro Frau. Damit setzt sich der seit dem Geburtenhoch im Jahr 2021 zu verzeichnende Rückgang der TFR im Jahr 2025 weiter fort.

Ein Rückgang der TFR gegenüber dem Vorjahr ist auch für die sieben Regierungsbezirke sowie 65 der 96 kreisfreien Städte und Landkreise erkennbar. Schwaben weist auf Ebene der Regierungsbezirke mit 1,43 im Jahr 2025 die höchste Kinderzahl je Frau auf. Der Landkreis mit der höchsten zusammengefassten Geburtenziffer ist das oberpfälzische Amberg-Sulzbach1) mit 1,70 Kindern je Frau. Unter den kreisfreien Städten erzielt das schwäbische Memmingen mit 1,65 Kindern je Frau den höchsten Wert.

Fürth. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, nimmt im Jahr 2025 im Freistaat neben der Zahl der Lebendgeborenen auch die zusammengefasste Geburtenziffer ab und erreicht einen Wert von 1,34 Kindern je Frau. Zum Vergleich: Im Zeitraum von 2000 bis 2015 lag die TFR in Bayern bei durchschnittlich 1,38 Kindern pro Frau (niedrigster Wert 2006: 1,32; höchster Wert 2015: 1,48) und pendelte sich in den Jahren 2016 bis 2020 bei 1,55 bzw. 1,56 Kindern pro Frau ein.
Im Jahr 2021 – dem ersten Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie – erreichte die TFR mit 1,61 Kindern je Frau den höchsten Wert seit 1972.

Tabellarische Darstellung der Geburtenzimmer seif 2000 bis 2025 - Öffnet große Ansicht


Die TFR liegt im langjährigen Vergleich in allen sieben Regierungsbezirken Bayerns unter dem Niveau von vor zehn Jahren:

  • Schwaben: 1,43 Kindern je Frau (2015: 1,54)
  • Oberpfalz: 1,42 (2015: 1,46)
  • Niederbayern: 1,41 (2015: 1,49)
  • Unterfranken: 1,33 (2015: 1,47)
  • Mittelfranken: 1,32 (2015: 1,48)
  • Oberbayern: 1,31 (2015: 1,49)
  • Oberfranken: 1,29 (2015: 1,41)

Auf Kreisebene weist im Jahr 2025 der Landkreis Amberg-Sulzbach mit 1,70 Kindern je Frau (2015: 1,46) bayernweit die höchste zusammengefasste Geburtenziffer auf, danach kommt der Landkreis Neustadt a.d.Waldnaab1 mit 1,66 Kindern pro Frau (2015: 1,46). Es folgen die kreisfreie Stadt Memmingen mit 1,65 Kindern je Frau (2015: 1,59), der Landkreis Unterallgäu mit 1,63 Kindern pro Frau (2015: 1,66) und die kreisfreie Stadt Ansbach mit 1,62 Kindern je Frau (2015: 1,48).

Liniendiagramm mit den Werten der Geburtenziffer insgesamt, deutscher und ausländischer Staatsangehörigkeit von 2000 bis 2025 - Öffnet große Ansicht

Universitätsstädte mit niedrigsten Werten

Die niedrigsten Werte verzeichnen unter anderem die Universitätsstädte Würzburg mit 1,01 Kindern je Frau (2015: 1,28), Bayreuth mit 1,06 Kindern je Frau (2015: 1,18), Passau mit 1,11 Kindern je Frau (2015: 1,08), Erlangen mit 1,17 Kindern je Frau (2015: 1,41), München mit 1,19 Kindern je Frau (2015: 1,38) sowie Nürnberg und Regensburg mit jeweils 1,20 Kindern pro Frau (Nürnberg 2015: 1,41; Regensburg 2015: 1,26). Städte mit Universitäten haben zwar eine vergleichsweise junge Bevölkerung mit vielen Frauen im fertilen Alter, bei den meisten dieser Frauen liegt der Fokus aber auf der Ausbildung oder dem Berufseinstieg. Entsprechend fällt die Anzahl der Lebendgeborenen auf eine große Gesamtzahl an Frauen zwischen 15 und 49 Jahren, wodurch die TFR in diesen Städten relativ niedrig ist.

Wird die zusammengefasste Geburtenziffer im Freistaat getrennt für Frauen mit deutscher und ausländischer Staatsangehörigkeit betrachtet, ergibt sich für das Jahr 2025 folgendes Bild: Bei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit betrug die zusammengefasste Geburtenziffer 1,25 Kinder je Frau (2015: 1,43); bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit 1,70 Kinder je Frau (2015: 1,81).

Die zusammengefasste Geburtenziffer ist ein Maß zur Beschreibung des aktuellen Geburtenverhaltens und gibt an, wie viele Kinder eine Frau durchschnittlich in ihrem Leben bekommen würde, wenn ihr Geburtenverhalten so wäre, wie das aller Frauen zwischen 15 und
49 Jahren im jeweils betrachteten Kalenderjahr. Sie wird auch totale Fertilitätsrate oder Gesamtfertilitätsrate (engl. Total Fertility Rate; TFR) genannt.


Hinweise:
1)Die hohe zusammengefasste Geburtenziffer in Landkreisen wie z. B. Amberg-Sulzbach oder Neustadt a.d.Waldnaab ist auch auf die dort stationierten US-Streitkräfte zurückzuführen. Seit dem Jahr 2018 werden in der amtlichen Statistik teilweise auch Geburten ausländischer Streitkräfte erfasst und können nicht mehr von den übrigen Geburten unterschieden werden. Dementsprechend hat sich die Gesamtzahl der - in der Geburtenstatistik ausgewiesenen - Geburten in Landkreisen mit US-Streitkräften erhöht. Die ausländischen Streitkräfte selbst sind jedoch von der Meldepflicht befreit. Infolgedessen werden bei der Berechnung der zusammengefassten Geburtenziffer in diesen Landkreisen nicht alle zu den Geburten beitragenden Mütter berücksichtigt, was zu einer Überschätzung der TFR führt.

Seit dem Berichtsjahr 2025 wird bei den Daten zu den natürlichen Bevölkerungsbewegungen und Wanderungen die Cell-Key-Methode zur statistischen Geheimhaltung eingesetzt. Bedingt durch die Anwendung der Cell-Key-Methode addieren sich die jeweiligen Einzelwerte einer Tabellenzeile oder -spalte nicht notwendigerweise zur (ausgewiesenen) Gesamtsumme. Ausführliche Informationen zur Cell-Key-Methode finden Sie hier: https://www.statistikportal.de/de/cell-key-methode

Weitere Daten zu Geburten sind in der öffentlichen Statistikdatenbank des Landesamtes GENESIS-Online verfügbar.