Pressemitteilung
Fürth, den 18. Februar 2026
Kehrbuchdaten in Bayern: Annähernd 6,5 Mio. Feuerstätten im Freistaat
Erhebung liefert detaillierte Ergebnisse für die bayerischen Regierungsbezirke
Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik gibt es in Bayern laut Berichtsjahr 2023 annähernd 6,5 Mio. aktive Feuerstätten. Mit 3,2 Mio. Feuerstätten wird fast jede zweite Feuerstätte mit fester Biomasse, wie z.B. Scheitholz oder Pellets, betrieben. Rund 1,7 Mio. Anlagen werden mit Gas und annähernd 1,4 Mio. Anlagen mit Heizöl befeuert. Im Durchschnitt sind die Feuerstätten rund 18 Jahre alt. Die meisten Feuerstätten gibt es im bevölkerungsreichsten Regierungsbezirk Oberbayern.
Fürth. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, gibt es in Bayern im Jahr 2023 insgesamt 6,5 Mio. Feuerstätten. Bei rund 3,3 Mio. Feuerstätten, also etwas mehr als der Hälfte, handelt es sich um so genannte Einzelraumfeuerstätten. Hierzu zählen neben dem klassischen Kaminofen im Wohnzimmer auch beispielsweise gasbetriebene Backöfen oder Räucheranlagen. Die „klassische“ Wärmepumpe zählt, wegen des fehlenden Verbrennungsvorgangs, nicht zu den Feuerstätten. Des Weiteren sind knapp 3,2 Mio. Anlagen Zentralheizungen.
Das berechnete mittlere Baujahr (Median) der Feuerstätten ist das Jahr 2005. Im Jahr 2023, dem Berichtsjahr der Kehrbuchdatenerhebung, sind die Feuerstätten (basierend auf dem Median) somit im Mittel 18 Jahre alt.
Wie die Expertinnen und Experten vom Bayerischen Landesamt für Statistik weiter mitteilen, befinden sich mit knapp 1,9 Mio. Anlagen die meisten Feuerstätten im bevölkerungsreichen Oberbayern, die wenigsten gibt es mit annähernd 650.000 in Oberfranken.
Regionale Unterschiede in den dominierenden Brennstoffen
Die dominierenden Brennstoffe, die in den verbauten Feuerstätten in Bayern eingesetzt werden, sind feste Biomasse (49,9 Prozent), Gas (26,3 Prozent) und Heizöl (21,5 Prozent). Besonders in Niederbayern dominiert die feste Biomasse, wie bspw. Scheitholz, Hackschnitzel oder Pellets, als Brennstoff mit 59,1 Prozent. In Mittelfranken werden hingegen nur 40,8 Prozent der Feuerstätten mit fester Biomasse befeuert, was unter den Regierungsbezirken den niedrigsten Wert ausmacht.
Umgekehrt liegen die mit Gas betriebenen Feuerstätten in Mittelfranken mit einem Anteil von 35,2 Prozent deutlich über dem bayerischen Durchschnitt von 26,3 Prozent. In Niederbayern befinden sich die mit Gas betriebenen Feuerstätten mit einem Anteil von 13,9 Prozent um fast die Hälfte unter dem bayerischen Durchschnitt. Gut jede fünfte Feuerstätte in Bayern (21,5 Prozent) wird im Berichtsjahr 2023 mit Heizöl befeuert, wobei sich hier die Regierungsbezirke nur relativ geringfügig unterscheiden. Heizöl wird mit 24,0 Prozent am häufigsten in Niederbayern, und am wenigsten häufig in Unterfranken (19,6 Prozent) verwendet.
Baujahr nach Brennstoff
Eine Auswertung der Feuerstätten nach Baujahr zeigt, dass sich die Unterschiede hier vor allem auf die verschiedenen Brennstoffaggregate zurückführen lassen. Während das berechnete Median-Baujahr bei der festen Biomasse sowie den mit Gas betriebenen Feuerstätten in Bayern im Jahr 2007 liegt, sind die mit Heizöl betriebenen Feuerstätten mit einem berechneten Baujahr von 1998 deutlich älter.
Die Erhebung der Kehrbuchdaten wird zum Zweck einer räumlich hochaufgelösten Energie- und Emissionsberichterstattung gesetzlich angeordnet und durchgeführt. Von besonderer Bedeutung sind die Kehrbuchdaten aktuell auch im Rahmen der Bestandsanalyse der kommunalen Wärmeplanung in den bayerischen Gemeinden.
Hinweise:
Mehr Ergebnisse finden Sie online in unserer GENESIS Datenbank.
Die Ergebnisse lassen sich aus der Erhebung der Kehrbuchdaten gewinnen. Die Erhebung bezieht bestimmte Merkmale, zum Standort der Feuerstätte sowie technischer Art, von den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger und -fegerinnen. Die Bevollmächtigten sind für die Betriebs- und Brandsicherheit in ihrem Kehrbezirk zuständig, übernehmen damit eine hoheitliche Aufgabe und führen zu diesem Zwecke ein Kehrbuch.
Die Erhebung der Kehrbuchdaten wird als Landesstatistik nach Artikel 6 des Bayerisches Klimaschutzgesetzes zum Zweck einer räumlich hochaufgelösten Energie- und Emissionsberichterstattung auf der Grundlage des Artikel 9 Bayerisches Statistikgesetz durchgeführt. Von besonderer Bedeutung sind die Kehrbuchdaten aktuell auch im Rahmen der Bestandsanalyse der kommunalen Wärmeplanung in den bayerischen Gemeinden.
Als „Feuerstätte“ wird eine im oder am Gebäude ortsfest benutzte Anlage bezeichnet, „welche dazu bestimmt ist, durch Verbrennung Wärme zu erzeugen“ (Kehr- und Überprüfungsordnung – KÜO).
Die Erhebung der Kehrbuchdaten wurde erstmals im Jahr 2024 – mit der Erhebung des Berichtsjahres 2022 – durchgeführt. Aktuell läuft die Erhebung des Berichtsjahres 2024, die Ergebnisse sollen zu Beginn des 3. Quartals veröffentlicht werden. Zukünftig werden die Daten jährlich bei den Bevollmächtigten abgefragt.
Der Median ist ein Lageparameter und entspricht dem Messwert, der genau in der Mitte einer nach Größe sortierten Zahlenreihe liegt. Der Median ist im Vergleich mit dem arithmetischen Mittel (Durchschnitt) robuster gegenüber Ausreißern. Aus diesem Grund wird der Median hier zur Darstellung des mittleren Baujahrs von Feuerstätten verwendet.
